ZEITSCHWELLE NULL
Die Überwindung der manischen Depression
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Kapitel 0
Die Seele Max beschließt, erneut zu inkarnieren.
..Mein Erzeuger, Gustav Rammel, lustloser Ostmark-Soldat für das "Tausendjährige Reich", er begibt sich 1944 auf seinen letzten Fronturlaub von Italien nach Wien mit dem Ziel, seine Freundin Maria G. zu heiraten und sie eine knappe Woche lang zu schwängern, was das Zeug hält...
Kapitel 2
Österreichs Befreiung durch die Alliierten.
..1947. Der Begriff "Ami" ist noch ein Zauberwort. Wir sprechen ihm artig nach, dass er uns Österreicher nicht besetzt, sondern befreit hat. Dafür schenkt er uns Kaugummi oder ein Stück Schokolade, einem besonders hübschen Wiener Mädel vielleicht gar ein Paar der kostbaren reinseidenen Strümpfe, falls es sich auch noch unter den Rock greifen lässt...
Kapitel 30
Max verliert die Partnerin, muss den Job aufgeben und landet kurz darauf schwer depressiv in der Psychatrie
.. Die Leute vom Sanitätswagen liefern mich im Erstaufnahme-Pavillion, im Siebener, ab, auf dessen steinerne Schwelle mit Kreide einer - und der war wahrscheinlich kein Verrückter! - die Worte: HIER WOHNT SATAN hingemalt hat. Bekanntschaft nämlich mit Insassen des Pavilion 7 zu machen, nachdem ich ein "Entsorgungsfall von draußen" geworden bin, ist genau das, was Jean Paul Satre "Die Hölle, das sind die anderen" genannt hat... ..All die stumpf vor sich hin stierenden, verzerrten, entmenschten Visagen, die dank facettenreich motorischer Störung teils schreiend, teils jammernd, teils wimmernd, teils Selbstgespräche führend, teils stumm oder nicht ansprechbar herumirren - ja, sie alle machen mich erst richtig fertig und verrückt!... ...Kaum einer kann, will sich dem Mitpatienten in menschlich kommunikativer Weise mitteilen. Ja doch: der eine vielleicht, der kleine, humpelnde, biedere Tapezierer, der aussieht wie ein bartloser Toulouse-Lautrec, der mir beim Essen erzählt, dass er in seiner Selbstmordabsicht verrückt(!) gewesen sei, nur aus dem dritten anstatt aus dem sechsten Stock zu springen. Jetzt ist er, wie er sich beschwert, erst nicht hin, dafür fürs Leben ein Krüppel!... ...Grausam ist das Erwachen morgens. Ich will ja gar nicht erwachen. Ich will weder hier sein noch überhaupt sein! Ich will von diesem Leben nichts mitkriegen, will nichts mehr denken. Dennoch: Die Gedanken beginnen wie auf Knopfdruck zu kreisen. Innerhalb einer Minute ist der volle Jammer des Leidensdrucks, das Empfinden der Sinnlosigkeit, der Hoffnungs- und Hilflosigkeit wieder da und wird den ganzen Wachzustand über anhalten. Und das eben ist die eigentliche Hölle - dasjenige, das man nicht auszuhalten glaubt; dasjenige, das einen ohne den Funken innerer Festigkeit in den Selbstmord treibt - in den überzeugten Suizid wohlgemerkt, nicht in den vorgetäuschten, inszenierten, absichtlich so dilettantisch gemachten, dass man von den anderen noch rechtzeitig gefunden, gerettet, be-pflegt, bemitleidet wird!...
Kapitel 33
Max erlebt seine Auferstehung und Neuorientierung im Leben und wird im 68. Lebensjahr zu glücklichen, ausgeglichenen und erfahrenen Menschen.
...Gestehen muss ich, dass weniger mein Verstand, vielmehr meine schweren Erkrankungen, die es mir vorübergehend verunmöglichten, meinen Lebensalltag ohne fremde Hilfe zu meistern, mich auf den Weg des Heils und ins Heil-Werden geführt haben. Meine Erkrankungen legten den Schlussstein in das Erkennen, dass ich nur mit Achtsamkeit, mit Augenmaß, mit Einfachheit, mit Verzicht, mit gereinigten, klaren, überschaubaren Lebensstrukturen energetisch zurückfinde ins natürliche Gleichgewicht. All das ist unabdingbar für die Kosmen Körper/Seele, Umwelt, Planet und darüber hinaus, welches doch alles ein einziges, miteinander Verknüpftes, Verbundenes ist: der EINE!... ...Nichts in meinem Leben ist zufällig geschehen. Keine Begegnung ist zufällig gewesen. Meine Seele hat sich stets selbst die Menschen, Ereignisse und Umstände geschaffen, die sie für ihre Entwicklung gebraucht hat... ... Stillen, inneren Leuchtens folge ich meinem inneren Gott, folge der inneren Stimme, dem reinsten, kosmischen Informationsträger. Der Erwachte, zum Licht Strebende zu sein, ist mein eigentliches Ziel. Der Prozess, der mich zu diesem Ziel führt, ist fast zu Ende. Der Weg in mein eigentliches Zuhause ist die Rückkehr ins Raum- und Zeitlose des EINEN, Unfassbaren...